Schaut man in den Himmel, dann sah man heute Morgen tanzende
Schneeflocken. Der Winter kündigt sich an, löst die sonnigen warmen Tage
ab, die der goldene Oktober uns beschert hatte. Sogar der Mohn hat noch
geblüht. Die Kapseln sind besonders schön.
Schwarz-weiß hat es mir gerade angetan und erste Versuche einige Bilder zu bearbeiten und zu rahmen finden meinen Gefallen.
Viele Jahre lag ein Stoffrest hier herum und seit mehr als einem Jahr spukte die Idee in meinem Kopf, seit ich die Taschen von Bookhou
gesehen habe und mir eine Bestellung aus Toronto zu aufwändig ist.
Meine Versuche, selber Stoff zu bedrucken, sind noch nicht perfekt, aber
es macht Spaß – auch hier in schwarz und weiß.
Die Abende füllen - da es nur noch wenige Wochen bis zum 1. Advent sind -
viele Sterne. Und Elche und Monde. Aus Ton und aus Papier. Von den
Papiersternen brauche ich jede Menge für Girlanden, Kränze und um
Geschenke damit zu schmücken.
Ein Fundstück möchte ich zum Schluss noch zeigen, weil es so gut zu der Kälte passt. Es ist wieder Mützenzeit. ;-)
Warum
bleiben wir eigentlich nicht für immer hier?
Man könnte sich zum
Beispiel für lange Zeit hier einmieten […]
und dann für immer:
blaue
Luft, graue Luft, Sonne, Meeresatem, Fische und Grog – ewiger, ewiger
Urlaub. Nein,
damit ist es nichts.
Wenn man umzieht, ziehen die Sorgen nach.
Ist man
vier Wochen da, lacht man über alles – auch über die kleinen
Unannehmlichkeiten.
Sie gehen dich so schön nichts an. Ist man aber für
immer da, dann muß man teilnehmen. [Kurt Tucholsky: Schloß Gripsholm]
Wir sind wieder zurück, schon seit vier Tagen. Und wie es nach einem
Urlaub so ist, hat einen sofort der Alltag wieder im Griff – erst heute
komme ich dazu von den letzten beiden Tagen und von der Rückreise zu
berichten.
Wir waren nochmals in Jönköping und das bei schönem
Wetter. Viel zu kurz, es gäbe sicher noch das Eine oder Andere zu sehen
in dieser kleinen Universitätsstadt am Vätternsee. Dafür haben wir das
Eine und Andere mitgebracht, das uns – nun wieder Zuhause – an die Zeit
in Schweden erinnert.
Die Erinnerungen, die man von einer Reise
mitbringt, sind meist die "perfekten Momente", wenn man von etwas
besonders beeindruckt war, eine Stimmung besonders friedlich, das Licht
besonders schön, die Landschaft besonders atemberaubend, wenn man mit
anderen gelacht hat, man ganz bei sich und besonders glücklich war. Am
letzten Tag, am Tag vor der Abreise – nach der Zeitrechnung der
Prinzessin "gestern" – war ich nochmals mit meinen beiden Hunden
spazieren und wir kamen an eine Stelle, die ich bislang immer als
unschön empfunden hatte: Dort war über ein riesiges Gebiet bis zum See
der Wald abgeholzt. An diesem Tag bin ich mit Marek und Lourdes durch
dieses unwegsame Gelände gestiefelt, habe die Hunde einfach Hund sein
lassen, schnüffeln, springen, durch die Schlammpfützen waten, im
Unterholz krauchen. Ich glaube, das war für Marek der perfekte Moment,
von dem er noch manchmal träumen wird. Am nächsten Tag kamen wir
nochmals an der Stelle vorbei und er stieß ganz begeistert sein
"Wooouuhoouuhoouu" aus. ;-)
Die Reise zurück war anstrengend,
12 Stunden, und irgendwann waren wir dann wieder hier. Und es war schön,
alle lieben Gesichter zu sehen, zu hören, was hier in der Zeit passiert
ist und zu erzählen, wie es in Schweden war und sich an die perfekten
Momente zu erinnern.
Hej då!
Altweibersommer
Nebel über dem See
Lourdes genießt die Sonne
Holzhäuser in Jönköping
Der Vetternsee: riesig – man hat das Gefühl am Meer zu sein
Im abgeholzten Gelände findet es Marek gut
Mit M werden die Stellen an schmalen Straßen gekennzeichnet, an denen man den Gegenverkehr passieren lassen kann
Ich
rauchte einen Grashalm, die Prinzessin hielt die Augen geschlossen.
„Heute ist vorgestern“, sagte sie. Das war so ihre Art der Zeitrechnung,
da wir übermorgen fortfahren wollten, so war heute vorgestern. [Kurt Tucholsky: Schloß Gripsholm]
Nach zwei Tagen Dauerregen war gestern wieder einmal die Sonne zu sehen.
Samstag waren wir nachmittags in Jönköping. Auch wenn es sehr grau und
nass war, war ich begeistert von den vielen schönen Läden. Theo hat
einen Hurtta-Regenmantel bekommen und unseren Lebensmitteleinkauf
tätigten wir in einem gigantischen Supermarkt, von dem mir die
unzähligen Sorten Milch in Erinnerung bleiben werden – braucht mensch so
etwas wirklich?
Abends haben wir trotz des Regens einen langen
Spaziergang mit den Hunden gemacht, wieder nach Sundholm zu der kleinen
Halbinsel.
Das gestrige gute Wetter hatte uns veranlasst,
vormittags nach Barkeryd zu fahren, in der Absicht dort den See zu
umrunden. Leider war das nicht möglich und so blieb es bei einem
ausgedehnten Waldspaziergang. Abends waren wir bei Regen und Sonne an
unserem See – das Licht war ganz wunderbar. J. war mit dem Boot
hinausgerudert, Marek, Lourdes und ich standen am hinteren Steg und
schauten den Sonnenuntergang an. Seit der Bootstour, zu der ich Lourdes
mitgenommen hatte, weigert die Prinzessin sich, unseren Steg in Hausnähe
zu betreten. Besser gesagt, weigert sie sich, überhaupt den Weg dorthin
einzuschlagen.
Heute oder morgen werden wir nochmals nach
Jönköping fahren, um in Ruhe in den Geschäften der Fußgängerzone zu
stöbern und – wenn wir Glück haben – bei blauem Himmel den Hafen zu
erkunden. Am Mittwoch müssen wir die Heimreise antreten: Also ist heute
vorgestern. ;-)
Es
regnete. Schön ist das, durch so einen frischen Regen zu gehen … Wie
heißt der alte Spruch? Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur gute
Kleider. Nun, es gibt schon schlechtes Wetter, es gibt mißratenes
Wetter, es gibt leeres Wetter, und manchmal ist überhaupt kein Wetter.
[Kurt Tucholsky: Schloß Gripsholm]
Ich glaube, momentan haben wir missratenes Wetter. Grau und Dauerregen. Die Hunde liegen faul herum und schlafen.
Wir hatten dafür gestern ein größeres Programm: Nach einer kurzen
Morgenrunde und einem guten Frühstück gingen wir zunächst Richtung Sund
und von da aus kamen wir wieder an den Lilla Nätaren.Diesmal fanden wir
einen Weg, der den See entlang führte und auf einer idyllischen
Halbinsel endete. Da die Sonne gerade schien, blieben wir eine Weile
dort. Am späten Nachmittag fuhren wir nach Lekeryd einkaufen und von
dort aus nach Åsens by. Åsens by ist ein Kulturreservat, in dem eine
kleine smaländische Siedlung im Stil des beginnenden 20. Jahrhunderts
aufgebaut ist. Die Landwirtschaft wird auch wie in dieser Zeit
betrieben, es gibt Hühner, Kühe und Schweine. Als wir hinkamen, waren
die Läden leider schon geschlossen – gerne hätte ich den Honig probiert –
aber wir konnten den Wanderweg rund ums Dorf gehen und zum Schluss noch
den Utsiktbergen (315 m hoch) besteigen. Es wurde schon dämmerig, als
wir zurück zu unserem Haus fuhren. Ich dachte, es wäre nett, einen
anderen Weg als den Hinweg zu nehmen, und so fuhren wir kleine Sträßchen
durch winzige Ortschaften entlang und waren uns nicht sicher, ob wir
auch wirklich irgendwann mal dort herauskommen würden, wo wir
herauskommen wollten. Ja, aber wir haben es geschafft und wir waren
ziemlich geschafft, als wir dann endlich beim Haus waren. J. bereitet
für sich seine selbstgesuchten Hallimasch zu. Und er ist heute Morgen
immer noch gesund und munter – es scheinen also auch wirklich Hallimasch
zu sein oder zumindest nichts Giftiges.
Hej då! PS:
Seit 10 Stunden regnet es ununterbrochen. Eigentlich hatten wir vor,
heute nach Jönköping zu fahren. Das ist nun buchstäblich ins Wasser
gefallen ... Naja, morgen ist auch noch ein Tag!