21. September 2012

Wie vor 100 Jahren

Es regnete. Schön ist das, durch so einen frischen Regen zu gehen … Wie heißt der alte Spruch?
Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur gute Kleider.
Nun, es gibt schon schlechtes Wetter, es gibt mißratenes Wetter, es gibt leeres Wetter,
und manchmal ist überhaupt kein Wetter.
[Kurt Tucholsky: Schloß Gripsholm]
 
Ich glaube, momentan haben wir missratenes Wetter. Grau und Dauerregen. Die Hunde liegen faul herum und schlafen.
Wir hatten dafür gestern ein größeres Programm: Nach einer kurzen Morgenrunde und einem guten Frühstück gingen wir zunächst Richtung Sund und von da aus kamen wir wieder an den Lilla Nätaren.Diesmal fanden wir einen Weg, der den See entlang führte und auf einer idyllischen Halbinsel endete. Da die Sonne gerade schien, blieben wir eine Weile dort. Am späten Nachmittag fuhren wir nach Lekeryd einkaufen und von dort aus nach Åsens by. Åsens by ist ein Kulturreservat, in dem eine kleine smaländische Siedlung im Stil des beginnenden 20. Jahrhunderts aufgebaut ist. Die Landwirtschaft wird auch wie in dieser Zeit betrieben, es gibt Hühner, Kühe und Schweine. Als wir hinkamen, waren die Läden leider schon geschlossen – gerne hätte ich den Honig probiert – aber wir konnten den Wanderweg rund ums Dorf gehen und zum Schluss noch den Utsiktbergen (315 m hoch) besteigen. Es wurde schon dämmerig, als wir zurück zu unserem Haus fuhren. Ich dachte, es wäre nett, einen anderen Weg als den Hinweg zu nehmen, und so fuhren wir kleine Sträßchen durch winzige Ortschaften entlang und waren uns nicht sicher, ob wir auch wirklich irgendwann mal dort herauskommen würden, wo wir herauskommen wollten. Ja, aber wir haben es geschafft und wir waren ziemlich geschafft, als wir dann endlich beim Haus waren. J. bereitet für sich seine selbstgesuchten Hallimasch zu. Und er ist heute Morgen immer noch gesund und munter – es scheinen also auch wirklich Hallimasch zu sein oder zumindest nichts Giftiges. 

Hej då!
 
PS: Seit 10 Stunden regnet es ununterbrochen. Eigentlich hatten wir vor, heute nach Jönköping zu fahren. Das ist nun buchstäblich ins Wasser gefallen ... Naja, morgen ist auch noch ein Tag!
 
Morgenspaziergang:
Mittags am Lilla Nätaren:
Abends in Åsens by: 

19. September 2012

Prinzessin wird Bootshund

Ein paar Meter vor uns schaukelte ein Boot, unser Badeboot,
auf und ab, auf und ab …
Wenn man die Hand ins Wasser hielt, gab es ein winziges Kältegefühl,
dann zog man sie wieder heraus, und dann trockneten die Tropfen in der Luft.

[Kurt Tucholsky: Schloß Gripsholm]
 
Zum Baden ist das Wetter zu schlecht – leider. Nach einem sehr durchmischten Tag gestern waren wir nachmittags noch in Lekeryd einkaufen und auf dem Rückweg in einem neuaufgeforsteten Kiefernwäldchen spazieren. J. kam ohne Anglerglück von seiner Bootstour. So gab es keinen Fisch zum Abendessen, sondern statt dessen zu den Nudeln Tomaten mit Champignons (was ich für die Fische sowieso viel netter finde).
Der Tag heute begann vielversprechender – klarer Himmel und eine leuchtende Morgensonne – und für Lourdes, Marek und mich deswegen gleich mit einem ausgedehnten Morgenspaziergang, auf dem wir einen neuen verwunschenen Weg durch einen Nadelwald entdeckten. Der moosbedeckte Waldboden begeistert mich immer wieder. Wenn Lourdes zu einem Sprint quer durch den Wald ansetzt, weil sie meint, etwas Jagdbares entdeckt zu haben, hört es sich nicht wie sonst nach einer Horde Elefanten an, sondern sie bewegt sich fast lautlos durch die Bäume.
Der zweite Spaziergang am späten Vormittag war leider wieder mit Regen durchsetzt, aber als dann nachmittags blauer Himmel sichtbar wurde, setzten wir uns in unser Boot und fuhren einmal rings um den See. Lourdes durfte mitkommen (haha, wird sie denken, durfte .. schön gesagt … entführt wurde sie, einfach in das schaukelnde Boot gesetzt, gefragt wurde sie nicht …) und war ein wenig konsterniert und es dauerte eine Weile, bis ihre Öhrchen mal wieder auf Halbmast gingen. Aber gut hat sie’s gemacht, die Prinzessin! ;-) 

Hej då!
 
Impressionen der letzten zwei Tage: